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Leben in Japan

Das Hokusai Museum

Das Hokusai Museum ist immer einen Besucht wert! Wenn ihr vielleicht sowieso schon das Edo Tokyo Museum besucht habt und ihr noch mehr japanische Kunst und Kultur sehen möchtet, dann könnt ihr in 5 Minuten gleich zum Hokusai Museum weitergehen.

Bei Hokusai (1760-1849) wird jetzt vielleicht der ein oder andere noch überlegen: wer war das noch genau? Aber spätestens, wenn man dann “Die große Welle vor Kanagawa” erwähnt, weiß jeder, um wen es sich handelt. Die brausende Welle mit dem Fuji im Hintergrund ist weltweit bekannt und ein beliebtes Motiv. Und ganz so unter uns: Waren euch vorher schon die Boote auf hoher See aufgefallen?

Hokusai und Sumida

Das Hokusai Museum liegt in Sumida, Tokyo, und wurde 2016 eröffnet. Das Museum ist ganz alleine dem Ukiyo-e-Künstler Katsushika Hokusai gewidmet, welcher weltweit unter dem Namen Hokusai bekannt ist. “Die große Welle vor Kanagawa” und “Roter Fuji” zählen zu seinen berühmtesten Werken, beide aus der Sammlung “Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji”. Hokusai wurde in Sumida geboren und er verbrachte dort ebenso den größten Teil seines Lebens. Mehr Informationen zu unserem geliebten Sumida findet ihr im Übrigen in unserem passenden Blog-Beitrag.

Das außergewöhnliche Museumsgebäude wurde von Sejima Kazuyo entworfen und ragt mit seiner Modernität schon etwas aus dem Stadtbild heraus. Im vierten Stock findet man in einem einzigen Raum alle Informationen zu dem berühmten Künstler, sowie hochwertige Repliken seiner Kunstwerke. Man kann ebenso interaktive Lernspiele machen und eigene kleine Kunstwerke erstellen. Hierbei lernt man auch vieles über den Aufbau seiner Kunst. Es gibt zudem wechselnde Sonderausstellungen, welche man gegen eine zusätzliche Gebühr besuchen kann.

Auch Einblicke in Skizzen kann man entdecken, und weitere Informationen zur Herstellung von Holzschnitten und deren Druck. In einem Video ist zu sehen, wie das Ganze abläuft und welche Schritte notwendig sind, damit man einen perfekten Druck der großen Welle in den Händen halten kann.

Der berühmte Künstler

Hokusai, welcher im Laufe seiner Karriere über 30 Pseudonyme nutzte, schaffte es, die Ukiyo-e-Kunstform zu revolutionieren, indem er nicht mehr nur Menschen als Hauptmotiv wählte, sondern diese um Landschaften, Pflanzen und Tiere erweiterte. Er illustrierte ebenso viele Bücher und allerlei japanische Monster und Geister sind fester Bestandteil seiner Kunst, was wir vorher auch nicht wussten!

Man kann ihn wirklich als einen Meister der Kunst bezeichnen, denn er malte bereits als kleines Kind bis zu seinem Tod mit 88 Jahren, was ein unglaublich hohes Alter für die damalige Zeit war. Zudem wurde er sogar ein Mal vom Blitz getroffen und erlitt einen Schlaganfall, nach welchem er seine Fähigkeiten neu erlernen musste. Insgesamt schuf er einen unglaublichen Kunstschatz mit über 30.000 Gemälden, Skizzen, Holzschnitten und Bilderbüchern.

Während seiner gesamten künstlerischen Laufbahn versuchte Hokusai kontinuierlich, sich zu verbessern und fand Inspiration in chinesischer Kunst aber auch westlicher Kunst. Er war z.B. einer der ersten japanischen Künstler, der auch die Linearperspektive verwendete.

Hokusais Einfluss

Hokusai beeinflusste direkt wichtige Werke des Impressionismus. Sein Stil und viele seiner Themen spiegeln sich beispielsweise in Werken von Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir wieder. Viele europäische Künstler sammelten zudem seine Holzschnitte, z.B. Gustav Klimt, Vincent van Gogh oder Paul Gauguin. Edgar Degas sagte über ihn: “Hokusai ist nicht nur ein Künstler unter anderen in der schwimmenden Welt. Er ist eine Insel, ein Kontinent, eine ganze Welt für sich.”

Das Museum in Sumida schafft großartige Einblicke in das Leben dieses besonderen Künstlers, der auf der ganzen Welt geliebt wird. Und wem das noch nicht reicht, der findet im Museumsshop Bücher zu Hokusai, japanischer Geschichte, Kunst, Religion und Kultur. Als wir dort waren, bekamen wir sogar kostenlos Chipstüten mit bekannten Werken Hokusais geschenkt – man findet ihn tatsächlich überall!

Von Susann, 3. September 2021
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