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Reiseberichte

Zao Onsen: heiße Quellen, dichter Nebel und wilde Tiere

Ende November verbrachten wir ein paar Tage in dem abgelegenen Zao Onsen. Eigentlich hatten wir vor, den berühmten Radweg Shimanami Kaido mit dem Rad zu bezwingen, doch da zu dieser Zeit leider keine Nachtbusse fuhren, war uns dann doch der Transfer mit dem Zug viel zu teuer. Durch ein Sonderangebot von JR EAST entschieden wir uns dann für die Präfektur Yamagata und das in den Bergen versteckte Zao Onsen.

Wir reisten von Tokyo aus mit dem Shinkansen in ca. 2,5 Stunden nach Yamagata (die Stadt in der gleichnamigen Präfektur) und wechselten dann in einen Bus, der uns in knapp 45 Minuten nach Zao Onsen brachte. Von Yamagata kann man auch die Yamadera Station in ca. 20 Minuten mit der Bahn erreichen.

Ein gemütlicher familiengeführter Ryokan

Wir verbrachten 2 Nächte im Takasagoya Ryokan (diesen könnt ihr auf Booking finden). Zao Onsen selbst ist nicht sehr groß, also kann man von hier aus alles perfekt erreichen. Am Eingang begrüßten uns gleich Tochter und Mutter und gaben uns eine Karte mit den wichtigsten Eckpunkten in dem kleinen Onsen Dorf. So waren wir bestens gewappnet für unsere täglichen Ausflüge.

Unser Zimmer war richtig schön groß und das Beste: In der Unterkunft gibt es auch einen geschlechtergetrennten Onsen, den wir jeden Abend besuchten, um uns von der eisigen Kälte zu erholen. Wir hatten ohne Essen gebucht, doch die Großmutter des Hauses brachte uns leckere kleine Snacks vorbei, die fantastisch schmeckten. Nächstes Mal werden wir definitiv das Frühstück und Abendbrot mit dazu buchen.

Das schwefelhaltige Wasser von Zao Onsen gehört zu den säurehaltigsten in ganz Japan und man kann mehrere öffentliche Badehäuser in der ganzen Stadt nutzen. Ein Highlight soll das Zao Onsen Dai Rotenburo sein, welches einen beeindruckenden Onsen im Freien bietet, doch dieses hatte bereits geschlossen, als wir zu Besuch dort waren.

Eisige Temperaturen und ganz viel Nebel

Da wir Ende November unseren Urlaub machten, war es bereits recht frisch in der Gegend, so mitten in den Bergen, 800 Meter über dem Meeresspiegel. Wir kamen uns fast so vor, als wären wir die einzigen Besucher, was sehr angenehm war. Ein paar Wochen später fing die Schneesaison dort richtig an, zu der es recht voll werden kann. Die Gegend ist dann ein beliebtes Ski-Resort und viele Besucher kommen, um die berühmten „Schnee-Monster“ zu sehen, mit Eis und Schnee überzogene Bäume, die sehr surreal aussehen.

Wir wollten eigentlich den Okama Krater besichtigen, der sich nahe des Berges Zao befindet, doch das Wetter machte uns leider einen Strich durch die Rechnung. Das Wasser des Kraters hat eine unglaubliche Farbe und die Gegend sieht atemberaubend schön aus, doch nachdem wir mit der Seilbahn hinauf gefahren waren, sahen wir … gar nichts, denn der Nebel war so dick, dass man nur ein paar Meter weit sehen konnte. Zudem war alles abgesperrt und man konnte nicht in die Richtung des Kraters wandern. Hier lag überall schon eine feine Schneeschicht und wir machten uns aufgrund der Kälte schnell wieder auf den Weg nach unten.

Auf halber Höhe muss man die Seilbahn wechseln und da es dort nicht so kalt war, verweilten wir hier kurz und spazierten durch den nebligen Wald, der vor uns lag. Ich liebe Nebel über alles, also war das der perfekte Abschluss für den Tag! Außerdem müssen wir jetzt auf jeden Fall noch einmal herkommen, um zum Okama Krater wandern zu können.

Yamadera und Kamoshika

An unserem letzten Tag besuchten wir noch den Yamadera Tempel („Bergtempel“), welcher sich nicht weit von Yamagata entfernt befindet und bereits im Jahr 860 gegründet wurde. Die Yamadera Station ist in ca. 20 Minuten mit der Bahn von der Yamagata Station zu erreichen. Das gesamte Tempelgelände befindet sich an einem steilen Hang, den man erst einmal erklimmen muss, bevor man die tolle Aussicht genießen kann. Man muss über 1000 Stufen hinauf steigen, doch führt einen der Weg durch Wälder und vorbei an Steinstatuen, sodass es nicht langweilig wird. Oben angekommen kann man dann die Aussicht genießen und die vielen Gebäude bestaunen, die es zu entdecken gibt.

Auf unserem Weg nach unten machten wir eine ganz besondere Entdeckung: Plötzlich tauchte hinter einem Baum ein japanischer Serau auf, welcher hier in Japan Kamoshika genannt wird. Diese ziegenartigen Säugetiere sieht man recht selten und so nah zu sein, war schon etwas ganz Besonderes. Unser tierischer Freund machte sich gemächlich auf den Weg nach unten und verschwand dann irgendwann wieder hinter ein paar Bäumen, genauso plötzlich wie er aufgetaucht war.

Wenn ihr mögt, schaut euch doch auch unter folgendem Link unsere 360° Bilder und Videos an, welche wir von Zao Onsen aufgenommen haben. Dort könnt ihr unser Ryokan Zimmer sehen, die Straßen von Zao Onsen, den eisigen Berg Zao und Yamadera.

Unser Fazit

Zao Onsen so ganz ohne Touristen zu erleben war richtig entspannend und schön! Auch wenn es recht kalt war, sind wir viel spazieren gegangen, haben die Gegend entdeckt und uns dann abends in unserem Onsen wieder aufgewärmt. Gerne würde wir den Okama Krater noch einmal sehen und auch die beeindruckenden Schnee-Monster. Wer eine ruhige Gegend mit herzlichen Einwohnern kennenlernen möchte, der ist hier genau richtig!

Weitere Informationen

Japan meine Liebe foto von Susann Schuster

Ort: Zao Onsen
Präfektur: Yamagata
Webseite (auf Englisch):
www.zao-spa.or.jp/english

Von Susann, 16. Februar 2021
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