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Reiseberichte

Atemberaubende Natur im Iya Tal entdecken

Shikoku und das Iya Tal haben mein Herz rasend schnell erobert! Wer die japanische Natur liebt und eine Gegend besuchen möchte, welche weitab vom Tourismus liegt, der findet im Iya Tal in der Präfektur Tokushima ein kleines Wunder. Hohe Berge und tiefe Schluchten sind nur ein Merkmal der Gegend, welche sich im Herzen Shikokus befindet. Bekannt ist das Iya Tal vor allem für seine Brücken aus Weinranken, seine heißen Quellen und strohgedeckten Häuser sowie die vielen Outdoor-Aktivitäten, welche man hier unternehmen kann.

Zudem bietet der Shikoku Pilgerweg mit 88 heiligen Orten eine spannende Herausforderung für all diejenigen, welche gerne für einen längeren Zeitraum wandern möchten. Die 1200 km lange Strecke kann man auch mit Unterbrechungen laufen, wenn einem nicht mal eben mehrere Monate zur Verfügung stehen. Dies ist auf jeden Fall eine Herausforderung, welche ich gerne zusammen mit Sebastian in der Zukunft unternehmen möchte. Der Nakahechi Pilgerweg in Wakayama hat uns ein wenig angefixt, da uns das Wandern dort so gut gefallen hat.

Von Tokyo aus bin ich mit dem Flugzeug nach Tokushima geflogen (Dauer etwas über 1 Stunde). Dann ging es mit dem Kotobus Iya Valley weiter zum Iya Tal. Anschließend habe ich dann mit dem Auto alles in Ruhe erkundet.

Faszinierende Ausblicke

Wer etwas mehr Geld ausgeben möchte, dem kann ich das Iya Onsen Hotel empfehlen (mehr Informationen findet ihr unter folgendem Link). Hier bekommt man atemberaubende Blicke auf das Iya Tal, fantastisches Essen und einen Onsen, der einen direkten Ausblick auf den vorbeiziehenden Fluss bietet. Zu dem Rotenburo (Onsen im Freien) am Fuße des Tals gelangt man mit einer kleinen Seilbahn.

Wem das noch nicht reicht, der kann auch ein Zimmer mit eigenem Onsen mieten, welcher sich auf dem Balkon befindet. Man kann auch ohne Zimmerreservierung in dem Hotel zu Mittag oder Abend essen. Die Unterkunft liegt zudem ganz in der Nähe eines Manneken Pis, welcher am oberen Ende einer Klippe gebaut wurde und von den Japanern gerne als Sehenswürdigkeit begutachtet wird. Meiner Meinung nach ist dieser für Europäer nicht so interessant, doch ist die Aussicht auf das Tal allemal einen Blick wert.

Brücken aus Weinreben und tiefes Blau

Was mich ganz besonders fasziniert am Iya Tal ist das wunderschöne türkisblaue Wasser. So eine Farbe habe ich bisher noch nirgendwo gesehen. Ein weiteres Highlight waren für mich die Paarbrücken, auch Oku-Iya Kazurabashi, welche aus Weinreben hergestellt werden. Diese sind mit Stahlseilen konstruiert und die Reben werden alle paar Jahre erneuert. Die größere der beiden Brücken (otto no hashi = Ehemann-Brücke) ist ca. 44 Meter lang, während die etwas kleinere Brücke (tsuma no hashi = Ehefrau-Brücke) 22 Meter lang ist und sich ganz in der Nähe befindet.

Neben der kleineren Brücke befindet sich eine Art hölzerner Karren, welcher Yaen genannt wird, was so viel wie “wilder Affe” heißt. Dieser ist an einem Seil befestigt und hängt über dem Fluss. Damals wurde er primär für den Transport von Waren genutzt, doch heute kann man dort einsteigen und sich mit eigener Kraft über den Fluss ziehen, was einem kleinen Abenteuer gleicht. Sowieso sollte man sich bewusst sein, dass die Brücken aus Weinreben ganz schön schaukeln. Für schwache Nerven ist dies also nichts.

Übernachtung in einem strohgedeckten Haus

Wer es rustikal mag und einmal in einem japanischen strohgedeckten Haus übernachten möchte, dem kann ich das Tougenkyo Iya no Yamazato empfehlen (mehr Informationen findet ihr unter folgendem Link). Diese Unterkunft befindet sich im historischen Dorf Ochiai, welches ca. 400 Höhenmeter an der Seite eines Berges hinauf klettert. Das traditionelle Dorf wurde aufgrund seiner Sammlung von alten Häusern, von denen viele weit über 200 Jahre alt sind, als national bedeutsamer Denkmalschutzbezirk eingestuft.

Das Abendessen, welches in unserem kleinen Haus frisch zubereitet wurde, war wirklich fantastisch und der Blick am frühen Morgen über die Berge und den aufziehenden Nebel war einmalig. Tougenkyo Iya no Yamazato bietet mehrere Häuser an, welche gemietet werden können und mittlerweile kann man hier auch über Booking alles buchen. Wer jedoch Angst vor Insekten hat, dem sei gesagt, dass durch die Art des Hauses leider allerlei Krabbelzeug zu Besuch kommen kann.

Abenteuer in der Natur

Ein weiteres Highlight ist die Iya Kazurabashi, die größte und beliebteste der Brücken im Iya Tal. Diese ist ca. 45 Meter lang und befindet sich 14 Meter über dem Fluss, wo einem schnell schon einmal mulmig werden kann. Die Brücke kann nur in eine Richtung überquert werden. Ganz in der Nähe habe ich in einem Restaurant namens 森のくまさん leckere Sandwiches gegessen und die Aussicht genossen (nähere Informationen findet ihr unter folgendem Link). Der Name bedeutet so viel wie “der Bär des Waldes” und ist auch ein japanisches Kinderlied. Das Besondere hier war jedoch, dass man Vögel vor dem Geschäft füttern konnte: diese fliegen direkt auf die Hand, wenn man das Futter hinhält.

Die nahe gelegene Oboke Schlucht kann man in einem Boot entdecken oder auch auf einem Raft, wenn man es lieber etwas aufregender mag. Wem dies Spaß macht, dem kann ich auch das Forest Adventure Iya Valley (mehr Informationen findet ihr unter folgendem Link) empfehlen, wo man an Bäumen hochklettern und Ziplining ausprobieren kann, mitten in der fantastischen Naturlandschaft des Iya Tals.

Wenn man das Iya Tal entspannt entdecken möchte, ist es besser, direkt ein Auto zu mieten. Es gibt zwar Busse, doch da Shikoku immer noch eine Art Geheimtipp ist, fahren diese nicht so häufig wie in anderen Gebieten Japans. Da viele Sehenswürdigkeiten etwas verteilt liegen, sollte man hier also vorher schauen, was man sich ansehen möchte und dementsprechend vorausplanen.

Mein Fazit

Das Iya Tal ist unglaublich schön und es gibt wahnsinnig viel zu entdecken! Wenn man sich abseits der Touristenströme bewegen möchte, ist dies der ideale Ort. Die Natur ist atemberaubend und gerade, wenn man ein Freund von Outdoor-Sportarten ist, wird einem im Iya Tal vieles geboten. Shikoku ist und bleibt eine Reise wert und wenn ihr noch etwas Zeit habt, schaut doch auch auf Shodoshima vorbei.

Weitere Informationen

Japan meine Liebe foto von Susann Schuster

Ort: Iya Tal
Präfektur: Tokushima
Webseite (auf Englisch): https://www.iyatime.com

Von Susann, 3. Januar 2021
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